Corona-Inzidenzen

Welche Altersgruppe ist gerade am stärksten betroffen?

Mit Omikron steigen die Infektionen wieder in allen Altersgruppen - aber erneut vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Grafik zeigt die Inzidenzen der Neuinfektionen nach Alter im Zeitverlauf - und die Karte, welche Gruppe aktuell wo am stärksten betroffen ist.

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0-4 J
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5-14 J
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15-34 J
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35-59 J
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60-79 J
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80+ J
Stand: 16.01.

7-Tage-Inzidenzen der Neuinfektionen nach Alter - aktuell und im Zeitverlauf

Ganz Deutschland

Gruppe mit der höchsten Inzidenz

Erste Welle
Zweite Welle
Dritte Welle
Osterferien
Pfingsten
Sommerferien
Herbstferien
Weihnachtsferien
Osterferien
Pfingstferien
Sommerferien
Herbstferien
Weihnachtsferien
1. Lockdown
2. Lockdown-Phase
Bundesnotbremse

Die vierte Welle ist nahtlos in die fünfte übergegangen. Mit Omikron steigt die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen auf neue Rekordhöhen. Die neue Variante taucht augerechnet zu einer Jahreszeit auf, in der die Ansteckungsgefahr grundsätzlich gestiegen ist: Mit kälteren Temperaturen kommt es zu mehr Kontakten in Innenräumen - und damit zu mehr Infektionen in allen Altersgruppen. Auch Geimpfte können sich infizieren. Sie trifft es aber seltener, und sie sind vor allem vor schweren Verläufen geschützt. Eine Durchseuchung trifft nun vor allem Gruppen, die sozial besonders aktiv sind: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Deutlicher Anstieg bei 15- bis 34-Jährigen seit Omikron

Vom Ende der Sommerferien bis Weihnachten 2021 ist die Gruppe der 5- bis 14-Jährigen nach gemeldeten Fällen am stärksten betroffen gewesen. Regelmäßige Tests in den Schulen machten asymptomatische Fälle sichtbarer als in anderen Gruppen. Zugleich traf es bei den unter 12-Jährigen eine Gruppe mit starken sozialen Kontakten, aber ohne Impfschutz. Mittlerweile können sich auch Kinder ab fünf Jahren impfen lassen. Mit Omikron sind zu Jahresbeginn 2022 die Fallzahlen zusätzlich auch bei den 15- bis 34-Jährigen steil angestiegen.

Unterschiede nach Corona-Wellen, Lockdown-Phasen und Region

Die Grafik verdeutlicht, bei wem sich das Coronavirus seit Beginn der Pandemie bis heute am stärksten verbreitet hat - anhand der jeweiligen 7-Tage-Inzidenzen: laborbestätigte Fälle in der Altersgruppe innerhalb von sieben Tagen je 100.000 Einwohner*innen in diesem Alter. Grundlage dafür sind die täglichen Meldungen des Robert-Koch-Instituts gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG).

Die Kurven zeigen die täglichen Werte seit dem 22. Februar 2020 – der Balken darunter kennzeichnet die Zeiträume, in denen eine Gruppe bei der Inzidenz vorherrschend war. Hinzu kommen für eine weitere Einordnung die Wellen der Pandemie, Ferienzeiten und die Lockdown-Phasen. Regional - auf Ebene der Bundesländer (über die Auswahl) und der Kreise (Karte) zeigt sich zum Teil ein anderes Bild.

Altersgruppen mit der höchsten Inzidenz je Kreis bzw. kreisfreier Stadt

Im Infofenster werden die Inzidenzen für alle Gruppen angezeigt und mit einer Balkengrafik verglichen. Die Breite der Balken zeigt zudem die Altersverteilung im Kreis oder der Stadt: Je breiter, desto größer der Anteil.

Die Älteren waren während der ersten und zweiten Welle nicht nur medizinisch die größte Risikogruppe, sondern auch über lange Phasen tatsächlich die Gruppe mit der höchsten Inzidenz – mit einem traurigen Höhepunkt zur Weihnachtszeit, als insbesondere in Sachsen die Fallzahlen in die Höhe schnellten und viele Menschen starben.

Der Impfstart in Deutschland unmittelbar nach den Feiertagen machte wieder Hoffnung. Zu recht - auch wenn er zunächst holprig war. Bei den über 80-Jährigen, die zuerst geimpft wurden, ist die Inzidenz kontinuierlich gesunken. Doch Impfstoffmangel gepaart mit zögerlichen Maßnahmen und einer mäßigen Teststrategie konnten die dritte Welle im ersten Quartal kaum bremsen.

Schulkinder bereits in der dritten Welle die betroffenste Gruppe

Die 15- bis 34-Jährigen lösten Anfang Februar die Alten ab. Die mobilen Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren bereits zuvor die längste Zeit, von Mai 2020 bis kurz vor Weihnachten, die Gruppe mit der höchsten Inzidenz gewesen. Doch dann herrschte monatelang Lockdown: keine Bars, keine Clubs, weniger Möglichkeiten, sich zu treffen – besonders für diese Gruppe. Die Inzidenz blieb hoch, das zu Alpha mutierte Virus traf im Frühjahr aber verstärkt die Kinder.

Das Ziel war und ist es bis heute, Kitas und Schulen so lange wie möglich offenzuhalten, auch mit einem Extra-Schwellenwert der Bundes-Notbremse von April bis Juni. Dies brachte einen Hauch von Normalität in den Alltag der Kinder, aber zugleich eine Angriffsfläche zunächst für die Coronavirus-Mutante Alpha, später für die Delta-Variante. Verstärkte Tests in den Schulen machten dies sichtbar.

Impfen als Schutz vor weiteren Wellen

Im Sommer wurde die Delta-Variante auch hierzulande zur vorherrschenden. Die weitere Ausbreitung hätte sich durch konsequentes Impfen bremsen lassen können. Im August empfahl die Ständige Impfkommission (Stiko) immerhin Corona-Impfungen für alle Menschen ab dem Alter von zwölf Jahren. Und das Robert-Koch-Institut mahnte schon im Juli an, ältere Jahrgänge zu mit einer Auffrischungsimpfung zu boostern.

Doch die Impfkampgne ist im Wahlkampf-Sommer 2021 ins Stocken geraten. Das Boostern setzte zu spät ein, und es mangelt noch immer an weiteren Impfwilligen. Wie heftig die Omikron-Welle ausfällt und was danach kommt, ist noch unklar. Die Pandemie geht erst mit einer Grundimmunisierung zu Ende. Und das geht nur durch Impfung - oder Infektion.



Quelle: Robert Koch-Institut (RKI).
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