Corona-Inzidenzen

Welche Altersgruppe ist gerade am stärksten betroffen?

Die Omikron-Variante ist hoch ansteckend – besonders unter Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind die Fallzahlen hoch. Die Grafik zeigt die Inzidenzen der Neuinfektionen nach Alter im Zeitverlauf – und die Karte, welche Gruppe aktuell wo am stärksten betroffen ist.

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0-4 J
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5-14 J
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15-34 J
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35-59 J
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60-79 J
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80+ J
Stand: 22.04.

7-Tage-Inzidenzen der Neuinfektionen nach Alter – aktuell und im Zeitverlauf

Ganz Deutschland

Gruppe mit der höchsten Inzidenz

Erste Welle
Zweite Welle
Dritte Welle
Osterferien
Pfingsten
Sommerferien
Herbstferien
Weihnachtsferien
Osterferien
Pfingstferien
Sommerferien
Herbstferien
Weihnachtsferien
1. Lockdown
2. Lockdown-Phase
Bundesnotbremse

Mit dem Ende von fast allen Corona-Maßnahmen seit Anfang April kann sich das Coronavirus in der Bevölkerung frei ausbreiten. Die Infektionen treffen nun vor allem Gruppen, die sozial besonders aktiv sind: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Auch Geimpfte können sich mit der Omikron-Variante infizieren, sie sind aber vor allem vor schweren Verläufen geschützt. Durch die Verlagerungen von Kontakten nach draußen, die erworbene Immunität und gestiegene Temperaturen ebben die Omikron-Wellen trotz fehlender Schutzmaßnahmen auch wieder ab.

Unterschiede nach Corona-Wellen, Lockdown-Phasen und Region

Die Grafik verdeutlicht, bei wem sich das Coronavirus seit Beginn der Pandemie bis heute am stärksten verbreitet hat - anhand der jeweiligen 7-Tage-Inzidenzen: laborbestätigte Fälle in der Altersgruppe innerhalb von sieben Tagen je 100.000 Einwohner*innen in diesem Alter. Grundlage dafür sind die täglichen Meldungen des Robert-Koch-Instituts gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG).

Die Kurven zeigen die täglichen Werte seit dem 22. Februar 2020 – der Balken darunter kennzeichnet die Zeiträume, in denen eine Gruppe bei der Inzidenz vorherrschend war. Hinzu kommen für eine weitere Einordnung die Wellen der Pandemie, Ferienzeiten und die Lockdown-Phasen. Regional - auf Ebene der Bundesländer (über die Auswahl) und der Kreise (Karte) zeigt sich zum Teil ein anderes Bild.

Altersgruppen mit der höchsten Inzidenz je Kreis bzw. kreisfreier Stadt

Im Infofenster werden die Inzidenzen für alle Gruppen angezeigt und mit einer Balkengrafik verglichen. Die Breite der Balken zeigt zudem die Altersverteilung im Kreis oder der Stadt: Je breiter, desto größer der Anteil.

Die Älteren waren während der ersten und zweiten Welle nicht nur medizinisch die größte Risikogruppe, sondern auch über lange Phasen tatsächlich die Gruppe mit der höchsten Inzidenz – mit einem traurigen Höhepunkt zur Weihnachtszeit, als insbesondere in Sachsen die Fallzahlen in die Höhe schnellten und viele Menschen starben.

Der Impfstart in Deutschland unmittelbar nach den Feiertagen machte wieder Hoffnung. Zu recht – auch wenn er zunächst holprig war. Bei den über 80-Jährigen, die zuerst geimpft wurden, ist die Inzidenz kontinuierlich gesunken. Doch Impfstoffmangel gepaart mit zögerlichen Maßnahmen und einer mäßigen Teststrategie konnten die dritte Welle im ersten Quartal kaum bremsen.

Schulkinder bereits in der dritten Welle die betroffenste Gruppe

Die 15- bis 34-Jährigen lösten Anfang Februar die Alten ab. Die mobilen Jugendlichen und jungen Erwachsenen waren bereits zuvor die längste Zeit, von Mai 2020 bis kurz vor Weihnachten, die Gruppe mit der höchsten Inzidenz gewesen. Doch dann herrschte monatelang Lockdown: keine Bars, keine Clubs, weniger Möglichkeiten, sich zu treffen – besonders für diese Gruppe. Die Inzidenz blieb hoch, das zu Alpha mutierte Virus traf im Frühjahr aber verstärkt die Kinder.

Das Ziel war es, Kitas und Schulen so lange wie möglich offenzuhalten, auch mit einem Extra-Schwellenwert der Bundes-Notbremse von April bis Juni in 2021. Dies brachte einen Hauch von Normalität in den Alltag der Kinder, aber zugleich eine Angriffsfläche zunächst für die Coronavirus-Mutante Alpha, später für die Delta-Variante. Verstärkte Tests in den Schulen machten dies sichtbar.

Impfung schützt schlechter gegen Infektion mit Omikron

Im Sommer 2021 wurde die Delta-Variante vorherrschend. Die weitere Ausbreitung hätte sich durch konsequentes Impfen bremsen lassen können. Im August empfahl die Ständige Impfkommission (Stiko) Corona-Impfungen für alle Menschen ab dem Alter von zwölf Jahren. Und das Robert-Koch-Institut mahnte schon im Juli an, ältere Jahrgänge zu mit einer Auffrischungsimpfung zu boostern.

Vom Ende der Sommerferien bis Weihnachten 2021 ist die Gruppe der 5- bis 14-Jährigen nach gemeldeten Fällen am stärksten betroffen gewesen. Regelmäßige Tests in den Schulen machten asymptomatische Fälle sichtbarer als in anderen Gruppen. Zugleich traf es bei den unter 12-Jährigen eine Gruppe mit starken sozialen Kontakten, aber ohne Impfschutz. Mittlerweile können sich auch Kinder ab fünf Jahren impfen lassen. Mit der besonders ansteckenden Omikron-Variante sind zu Jahresbeginn 2022 die Fallzahlen zusätzlich auch bei den 15- bis 34-Jährigen steil angestiegen.

Mutationen bestimmen den Verlauf der Pandemie

Mittlerweile sind ein Großteil der Menschen in Deutschland geimpft oder haben sich infiziert – immer häufiger ist auch beides der Fall. Dadurch schließen sich im Laufe des Sommers 2022 die Immunitätslücken. Neue Infektions-Wellen sind dann zwar immer noch möglich, doch sie werden weniger gefährlich sein.

Die Omikron-Untervariane BA.2 hat sich in Deutschland durchgesetzt. Sie ist ansteckender als die ursprüngliche Omikron-Variante. Wie es weitergeht hängt maßgeblich von solchen Mutationen des Coronavirus ab. Doch wenn trotz Veränderungen des Virus immer mehr Menschen geschützt sind, geht auch die Pandemie in Deutschland ihren Ende entgegen.



Quelle: Robert Koch-Institut (RKI).
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